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Der Gruber See

 Zaubermorgen am Gruber See
Der einst etwa 1000 ha große »Gruber See«, der sich aus dem Dahmer (ca. 40 ha)-, dem Rosenhofer (ca. 150 ha)-, dem Gaarzer (75 ha)-, dem Gruber (548 ha)- und den Koselauer (179 ha) Seeflächen zusammensetzte, reichte bis dicht an die nördliche Bebauung der Straße »Bei der Kirche«, dem Kirchhof und die westliche Bebauung der Hauptstraße heran. Er war reich an Fischen aller Art: Hechte, Brachsen, Aale, Rotaugen und Schleie wurden in großen Mengen gefangen und ernährten ganze Familien, die Teilflächen des Sees gepachtet hatten. Der See war bei Dahme, Rosenfelde und Wessek mit der Ostsee verbunden. Eine durchgehende Handelsverbindung von Grube nach Oldenburg für größere Schiffe hat es jedoch nie gegeben. Schon Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts, verlandete der See zusehends und im Jahre 1860 wurde der Amtmann in Cismar, Baron v. Brockdorff, durch die Regierung in Kiel mit ersten Trockenlegungsplänen beauftragt.

Aus der „Ökonomischen Beschreibung des Amtes Cismar” erfahren wir von dem Hausvogt Arend Friedrich Nissen:


Gewässer

Außer einigen Bächen sind im Amte keine beträchtlichen Flüsse, daher auch weniger Wiesen. Es sind hier aber zwei bedeutende Gewässer, nämlich: der sogenannte Grubersee, der sich von der Gegend von Oldenburg bis Grube herauf erstreckt, und der Kloster- oder der Cismarschesee, welcher zwischen Cismar und der Ostsee liegt und 612 Tonnen 135 Q. R. groß ist.


Fischerei

Außerdem besteht eine ziemlich einträgliche Fischerei auf dem Gruber- und Kloster-oder Cismarersee. Sie wird von Zeit zu Zeit auf mehrere Jahre öffentlich verpachtet. Hier werden Baarse, Hechte, Rothaugen, Brachsen, Schleie und Aale gefangen. Der Absatz ist gewöhnlich nach Lübeck. Die Gruber Aale sind in der Gegend sehr gesucht. Seitdem der Ausfluß aus dem Grubersee nach der Ostsee versandet ist, hat der Fischfang sich sehr verschlechtert. Es war nämlich, daß zur Laichzeit viele Fische aus der Ostsee in den Grubersee gingen, und so wiederum aus diesem in jene, und seit der Zeit dieser Weg versperrt ist, scheint die Vermehrung abzunehmen...


Wiesen

Wiesen hat das Amt nicht viel, und mehrere davon sind schlecht. Ein partielles Hinderniß des Wiesenbaues ist die Ostsee, wenn sie durch schmalen Kanal, die sogenannte Bräke, zum adeligen Gute Rosenhof gehörig, ihr Wasser gewaltsam in den durch diese Bräke mit ihr verbundenen Grubersee treibet. Der Grubersee kann sich sodann, wegen des ißt beinahe ganz versandeten Ausflusses, und wegen fehlender Abzugskanäle, nicht wieder von seinem überflüssigen Wasser losmachen, und wird dem Gesundheitszustand der Einwohner durch Ausdünstungen gefährlich, wie er den Wiesen durch überflüssiges, zum Theil bis Ausgangs Junius und Julius stehenbleibendes, stinkendes und durch die Sonnenhitze mit einer dicken gelben Haut überzogenes Wasser, unter welchem die Narbe wegzehrt und kein Gras wächset, nachtheilig wird. Mehrere Male ist die Nothwendigkeit der Aufräumung der Bräke anerkannt, das Lokale besichtiget, die Art und Weise besprochen und Protokolle aufgenommen. Aber da die Theilnehmer so verschieden sind, die Commitirten oft mit beschränkten Instruktionen versehen erscheinen: so geht es hier, wie oft, daß viele Köpfe schwer unter einen Hut zu bringen sind.


Zwei Steine mit den Inschriften:

„Trutze dem Trotze
Was Taten heischt
Will keine Worte'
und
'1. 5. 1937
24. 1. 1938
2. 5. 1938”

Links hinter der Grabenbrücke liegend, sowie ein Stein mit der Wasserstandsmarkierung im Eingangsbereich zum Paasch-Eyler-Platz, erinnern noch heute an die abgeschlossene Trockenlegung des Seengebiets durch den Reichsarbeitsdienst.

Am 24. 06. 1997, während der Morgenstunden, wurden die beiden Steine, die bereits 30 cm in das Erdreich eingewachsen waren, mit schwerem Gerät in mehrstündiger Arbeit durch einen Mitarbeiter des Gewässer- und Bodenverbandes, im Beisein des Gemeindearbeiter Udo Schwardt und dem Initiator Hans-Uwe Hartert, gehoben und 2 m nach rechts an ihren jetzigen Platz versetzt. Die Schrift wurde von dem ortsansässigen Malermeister Jan Elwert nachgearbeitet. Dank des Entgegenkommens des o. g. Verbandes, der Fa. Elwert und der Eilentscheidung von Bürgermeisters Karl Puck entstanden der Gemeinde nur geringe Kosten.